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Lesen und Schreiben

 

Schwierigkeiten beim Erlernen der Rechtschreibung und anhaltendes Probleme beim Lesen werden oft unter der Bezeichnung LRS oder Legasthenie zusammengefasst.  Auch wenn dem Problem damit ein Name gegeben wird, ist dem betroffenen Menschen damit noch nicht geholfen.

Es gibt viele mögliche Gründe für die Entstehung einer LRS oder Legasthenie. Aus unserer langjährigen Erfahrung spielt dabei eine auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung sehr häufig eine wichtige Rolle.

Was ich nicht genau höre, kann ich auch nicht genau schreiben. Und wenn ich mir nicht sicher bin, welcher Klang durch welches Buchstabensymbol repräsentiert wird, sind Fehlentscheidungen, insbesondere bei Diktaten, vorprogrammiert. Gleiches gilt auch bei der Umwandlung von Buchstaben in Laute, wie es beim Lesen der Fall ist.

Ein bloßes Üben kann hier keinen Erfolg haben, da die Ursachen des Problems, nämlich die differenzierte Art der Wahrnehmung, völlig vernachlässigt werden.

Das Hauptsprachzentrum im Gehirn ist  für die Verarbeitung von gehörter, gelesener, geschriebener und gesprochener Sprache verantwortlich. Kjeld Johansen konnte nachweisen, dass Menschen mit einerlinksohrigen Dominanz deutlich häufiger von Legasthenie betroffen sind als Menschen mit  einer rechtsohrigenDominaz. Daher ist eines der Ziele der Johansen-Methode, das rechte Ohr als das „führende“ bei der Hörverarbeitung zu etablieren.

Störungen der Wahrnehmung und Verarbeitung dessen, was wir hören können z.B. dazu führen, dass ähnlich klingende Sprachlaute nicht unterschieden werden können.

Besonders betroffen sind ähnlich klingende Laute wie d/t, b/p, g/k und die s- Laute

Für ein Kind, das solche Sprachlaute schon im Gehör nicht unterscheiden kann, ist das Erlernen der richtigen Rechtschreibung natürlich sehr schwierig.

Störungen in der zentralen Hörverarbeitung können auf mehrere Arten zu Problemen mit dem Lesen und Schreiben führen:

Unausgeglichene Wahrnehmung verschiedener Tonhöhen

  •        Werden verschiedene Tonhöhen (Frequenzen) nicht ausgewogen wahrgenommen, kann dies dazu führen, dass sich ähnliche klingende Sprachlaute gleich anhören.
  •        Viele Kinder hören tiefe Töne sensibler als hohe Töne. Für die Situation in der Schule bedeutet das, dass sie störende Nebengeräusche im Verhältnis zur Stimme des Lehrers oder der Lehrerin sehr laut wahrnehmen. Dadurch fällt es ihnen noch schwerer, die gesprochene Sprache richtig zu verstehen. Hinzu kommt eine durch die Anstrengung beim Zuhören bedingte Überforderung, aus der oft eine verkürzte Konzentrationsdauer mit  AD(H)S-ähnlichen Verhaltensweisen resultiert.

Wechselnde Ohrdominanz

  •        Unter Umständen ist kein dominantes Ohr ausgeprägt oder beide Ohren wechseln in der Lateralität hin und her. Das Gehörte kann verzögert wahrgenommen werden oder in der Reihenfolge durcheinander geraten.

 

Zusammenspiel mehrere Sinnessysteme (Intermodalität)

  •        Eine fehlende Präferenz in einem so wichtigen Wahrnehmungsbereich wie dem Hören hat natürlich auch Auswirkungen auf alle anderen Sinneswahrnehmungen. Die komplexe Zusammenarbeit der einzelnen Teilleistungsbereiche gerät aus dem Gleichgewicht.

Mögliche Hinweise auf eine auditive Ursache bei LRS / Legasthenie

  •        Viele Fehler, besonders in diktierten Texten trotz verstärkter Übung
  •        Verwechslung ähnlich klingender Laute
  •        langsames, stockendes Lesen
  •        monotone Satzmelodie
  •        Sprachverständnisprobleme
  •        Schwierigkeiten, sich Gehörtes zu merken
  •        Unsicherheiten beim Satzbau und der Grammatik
  •        Schwierigkeiten, Wörter in Silben zu gliedern, z.B. „Ba-na-ne“
  •        Schwierigkeiten, Laute aus Wörtern herauszuhören
  •        Schwierigkeiten beim sinnentnehmenden Lesen
  •        Probleme beim Zusammenschlefen einzelner Buchstaben zu Wörtern
  •        Unsicherheiten bei der Analyse der enthaltenen Buchstaben
  •        Unsicherheiten bei der Unterscheidung kurzer und langer Vokale
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