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Was ist „zentrale Hörverarbeitung“?

Beim Hören nimmt das Geräusch den Weg über das äußere Ohr und den äußeren Gehörgang zum Trommelfell und gelangt über das Mittelohr zum Innenohr. Dort wird es in Nervenimpulse übersetzt, die durch den Hörnerv zum Gehirn gelangen und dort verarbeitet werden.

Der Weg vom Hörnerv bis zum primären Hörzentrum wird als zentrale Hörverarbeitung bezeichnet..

Erst in der zentralen Hörverarbeitung unseres Gehirns werden die vom peripheren Hören gelieferten Signale in sinnvolle Informationen umgesetzt.

Auch wenn alle beteiligten Strukturen organisch gesund sind und auch der Hörtest ein unauffälliges Ergebnis zeigt, kann das Hören dadurch erschwert sein, dass die zentrale Hörverarbeitung nicht optimal funktioniert. Es kann sein, dass insgesamt zu leise gehört wird oder die einzelnen Tonhöhen unterschiedlich stark gehört werden. Dann werden Geräusche anders wahrgenommen, als sie sich tatsächlich anhören. So werden z.B. bedeutungsvolle Informationen aus Stör- bzw. Umgebungsgeräuschen nur schwer herausgehört.

Auch ein Sprecher aus einer Gruppe oder  die Stimme des Lehrers werden nur unzureichend wahrgenommen.

Einzelne Wörter verlieren ihre Sinnhaftigkeit, wenn ähnlich klingende Laute wie z.B. „p“ und „b“ vom Hörer nicht unterschieden werden können und aus dem Wort „Papa“ das Wort „Baba“ wird..

Eine weitere Voraussetzung für eine optimale Hörverarbeitung ist die Zusammenarbeit beider Gehirnhälften (Lateralität). Liegt eine ungenügende Zusammenarbeit beider Gehirnhälften vor, ist kein dominantes Ohr ausgeprägt oder wechselt in der Lateralität hin und her. Gehörtes wird dann verzögert oder nicht in der richtigen Reihenfolge wahrgenommen.

Der Ausgleich der zentralen Hörverarbeitung findet durch ein Training des Gehirns statt. Auf auditivem Wege wird das Gehirn in einer solchen Weise stimuliert, dass die Wahrnehmung und Verarbeitung des Nutzschalls (z. B. Sprache) verbessert wird. Störschall und unerwünschte Höreindrücke werden vermindert oder klingen ganz ab.

 

Folgende Symptome können unter anderem auftreten:

  •        Auditive Wahrnehmungsstörungen
  •        Hyperakusis

Auditive Wahrnehmungsstörungen

Ähnlich klingende Lautel werden verwechselt oder wichtige Informationen nicht aus Umgebungsgeräuschen herausgefiltert. (Figur-Grundwahrnehmung)

Das vom Ohr richtig Gehörte wird vom Gehirn anders verarbeitet, so dass der Mensch  Informationen anders wahrnimmt. Die rein körperliche Komponente des Hörens selbst ist also gar nicht betroffen. Durch das Hörtraining nach Johansen kann die Hörverarbeitung in die richtigen Bahnen gelenkt werden.

Hyperakusis

Bei manchen Menschen besteht trotz einer normalen oder annähernd normalen Hörschwelle eine stark gesteigerte Empfindlichkeit gegenüber lautem Schall. Die zentrale Verarbeitung des Hörens ist gestört. Oft werden nur einige Frequenzen übersensibel wahrgenommen, andere Frequenzen dagegen untersensibel.

Hier ist besonders die Geräuschkulisse in Klassenräumen oder auch Großraumbüros zu nennen, die den Betroffenen eine ziel-gerichtetete Aufnahme von akustischen Informationen nahezu unmöglich macht, da der Nutzschall der Sprache ständig vom Störschall des umgebenden Geräuschpegels überlagert wird.

Eine Verbesserung der zentralen Hörverarbeitung durch das Johansen-Hörtraining kann in vielen Fällen helfen, die Empfindlichkeit gegenüber Geräuschen zu vermindern oder zum Abklingen zu bringen.

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